4 Kommentare zu “Der Kaspar-Hauser-Komplex

  1. Ein sehr interessanter Bericht Martina. Ich kenne auch die Geschichte von Kasper Hauser. Wirklich schrecklich, was diesen Menschen angetan wurde.
    Liebe Grüsse, Renate

    • Ja, Renate, ich interessiere mich halt für das menschliche Verhalten an sich. Darum auch immer wieder mal so ein Beitrag, der die Leiden auf der einen Seite aber auch die Profit und Geltungsgier mit seinen Abgründen auf der anderen Seite aufzeigen.
      GLG Martina

  2. Eine sehr eindrucksvolle GEschichte. Ein schweres Schicksal für das Mädchen, und der schmalen Gratwanderung der Forschung, und wo der ethische Konflikt beginnt. Es ist sehr schade, das die damals junge Frau später in ein Heim gekommen ist, wo sie möglicherweise keine professionelle Betreuung mehr erhalten hatte. Es ist sehr sehr wichtig, das man eine langjährige Bezugsperson um sich hat, um sich nach und nach aus der inneren Isolation befreien zu können, so gut es eben möglich ist. Auch wenn gewisse seelische Schäden bleiben: aber Fortschritte auf anderen Ebenen ist immer möglich. Das wichtigste an der Sache ist, das VErtrauen aufbebaut wird, Ängste abgebaut, langsam aus sich herauskommen, bis zur ersten Fähigkeit, intensiveren Kontakt zur Bezugsperson herzustellen. Damit ist schon ein Riesenschritt getan. Alles weitere kann Stück für Stück über Jahre angeeignet und erlernt werden.

    Die Schattenseite in der Gesellschaft ist: das es nur wenige Menschen gibt, die sich zu einer so grossen Herausforderung stellen würden, einen komplizierten Menschen aufzubauen, weil meist die Geduld fehlt. Und so bleiben viele Betroffene – ob es psychisch Kranke oder BEhinderte sind – immer auf der Strecke. Ich persönlich hatte Glück bei einer langjährigen Freundin damals, die mich z.B. lange Zeit begleitete, bis ich fähig wurde, grösstenteils alleine klarzukommen auf seelischer Ebene.

    Soviel zu dem interessanten Thema 🙂

    LG …….. Sonja

    • Danke für Deinen (wiedermal) ziemlich ausführlichen und interessanten Kommentar. Das Wichtigste hast Du darin ja schon angeführt. Ich habe auch täglich mit psychisch Kranken oder Behinderten zu tun, oder besser gesagt, habe sie täglich um mich. Sie wissen wohl, dass da Menschen sind, die für sie da sind und sie danken es oftmals mit einem Lächeln oder einer anderen unerwarteten Geste, mit der sie ihre Zufriedenheit kundtun.
      Leider denkt die breite Masse der Menschen, das dies einzelfälle sind, nicht wirklich, denn angefangen bei Kaspar Hauser kann man noch viele andere Schicksale derer nachlesen.
      Heutzutage geben manche nicht nur ihre behinderten Angehörigen in ein Heim ab, sondern schon Säuglinge werden einfach in die Babyklappe abgelegt oder sogar wie Müll entsorgt.
      Ein Abschnitt, den Du geschrieben hast, ist besonders wichtig: „Es ist sehr sehr wichtig, das man eine langjährige Bezugsperson um sich hat, um sich nach und nach aus der inneren Isolation befreien zu können, so gut es eben möglich ist. Auch wenn gewisse seelische Schäden bleiben: aber Fortschritte auf anderen Ebenen ist immer möglich. Das wichtigste an der Sache ist, das VErtrauen aufbebaut wird, Ängste abgebaut, langsam aus sich herauskommen, bis zur ersten Fähigkeit, intensiveren Kontakt zur Bezugsperson herzustellen.“
      Dazu habe ich mal Folgendes im Netz gelesen: Man hat mal ein Experiment gemacht, welches zwar sehr grausam für das eine kind war, aber Deine Aussage untermauert. Zwei Kinder (Zwillinge) wurden unabhängig in verschiedenen Räumen aufgezogen. Eines bekam vom ersten Tag an eine Bezugsperson und wurde unterhalten durch Spiele und erlernen der Sprache und so weiter. Das zweite Kind wurde nicht sehr alt, es starb im Alter von nur 3 Jahren. Es wurde einfach in einen Raum gesperrt, gefüttert und gewindelt, ohne persönlichen Kontakt, ohne jemals ein Wort mit ihm geredet zu haben. Es ist förmlich eingegangen…..nach einer Lungenentzündung einsam gestorben. Ja, früher wurden auch schon Versuche an Menschen gemacht und das wird es wohl immer weiter geben, wir erfahren nur nichts darüber.
      Ich wünsche Dir noch einen schönen Advent.
      GLG Martina 🙂
      .

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