12 Kommentare zu “Weihnachtsgeschichten aus aller Welt – heute: Meine Weihnachtsgeschichte

  1. Es wird immer spannender und interessanter die Geschichte um dich und Deine Mutter….mir ging beim Lesen so einiges durch den Kopf.Sie mussten Euch verstecken ? Warum bloss ? Und wer ist de Lichtmann ? Ein Erpresser ?
    Mal wieder sehr fesselnd geschrieben
    LG Elke

  2. Hallo Elke
    erst mal Danke für Deinen Kommentar. Zum Lichtmann: Er ist kein Erpresser. Ich habe die Geschichte aus meiner Sicht als sechsjähriges Kind geschrieben. In dem Alter achtet man auf ganz andere Details als es ein Teeny oder Erwachsener es tun würde. Wir hatten keinen Strom, nicht nur in Wohnzimmer und Küche, sondern in der kompletten Wohnung. Im Korridor hatte meine Mutter damals eine Petroleumlampe aufgestellt und der Lichtschein reichte auch für unsere kleine Toilette. Als Kind erinnert man sich aber gerade an Weihnachtenn lieber an den Weihnachtsbaum und Geschenke. Als nächstes kommen dann die Emotionen dran. Das andere Drumherum sind dann meistens Kleinigkeiten. Zur damaligen Zeit war es halt auch so, dass Leute, welche die Menschen in deren Wohnung aufsuchten, oft als Spitzel von der Stasi eingesetzt wurden. Einer von denen war eben der „Lichtmann“- Er war dafür zuständig, jeden Monat das Lichtgeld zu kassieren. Lichtgeld ist ein alter DDR-Ausdruck für Energiekosten. Wir waren damals so manches Mal nicht imstande, diese hohe Rechnung zu bezahlen. Meine Mutter war Alleinverdiener und für mich bekam sie weder Unterhalt noch Kindergeld. Ein Haushalt mit sieben (später) neun Personen, da wurde schon sehr viel Energie verbraucht. Jedes Mal wenn der Lichtmann da war, wurde meine Mutter seltsamerweise auf der Arbeit aufgesucht und musste sich dummen Fragen stellen, er war ein Spitzel, der seine Freunde auch in einigen unserer Nachbarn fand.
    Am Heiligabend wurde uns mittags der Strom abgeschaltet, das war bitter. Meine Mutter wollte uns Kindern aber unbedingt ein schönes Weihnachten bescheren, darum hat sie sich die Geschichte mit dem Kerzenschein zu Weihnachten ausgedacht und meine Oma meinte also zu uns, dass es doch viel schöner ist an Weihnachten echte Kerzen zu benutzen. Wir fanden das sogar seeehr schön. Alles Drumherum war eigentlich gigantisch, für mich als Sechsjährige. Wenn man bedenkt, dass es auch ohne all den elektrischen Kram geht und dass allein eine gemütliche Atmosphäre und das Miteinander Weihnachten ausmachen, dann würde ich sogar jedem anraten einmal Weihnachten so altmodisch zu verbringen, wenigstens einen der Weihnachtstage.
    Das Verhältnis zu meiner Mutter war immer ein gestörtes. Ich glaube, zu dem Menschen, der einem am wenigsten Aufmerksamkeit schenkt, fühlt mich besonders hingezogen oder anders ausgedrückt, wen man jemanden sehr gern hat und dieser jemand einen aber nicht beachtet, wird er immer die meiste Aufmerksamkeit von einem bekommen. Ich habe meine Mutter geliebt, vom Anfang bis zum Ende….ob sie das Wusste? Das Geheimnis um meine Mutter und mich ist inzwischen gelüftet. Leider habe ich die Details nicht mehr von ihr erfahren. Ich weiß aber inzwischen, dass es für sie nicht einfach war, mich in die Familie zu integrieren. dazu werde ich Dir mal privat schreiben. Es hat mit meinem Vater zu tun und ich möchte darüber öffentlich nix schreiben. Er ist nicht unbekannt gewesen.
    Meine Geschichte sollte eigentlich nur zeigen, dass man Weihnachten auch ohne den ganzen Schnickschnack schön erleben kann. Das Drumherum und der Zusammenhalt zählen. Wir sollten, gerade zu Weihnachten, nicht mitbekommen, wie unsrer Mutter zumute war. Sie hatte einige Sachen von sich verkauft, nur um uns Kindern Geschenke zu kaufen. Meine Tante hat die lage erkannt und ist hilfreich eingesprungen. Sie hat uns mit zu sich genommen und uns allen doch noch eine schöne Weihnacht beschert. Das ist Zusammenhalt, das ist Liebe….das ist es, was die wahre Weihnacht ausmacht.
    GLG Martina

  3. Liebe Martina, ich habe mit Interesse gelesen, wie du mit 6 Jahren Weihnachten erlebt hast, ich als im Jahr 1942 geborener, habe das alles auch ähnlich erlebt, Mutter allein mit 2 Jungen, da gab es Weihnachten kaum Geschenke und es war eine schwere Zeit, also, ich kann dich verstehen, schönen Freitag für dich, Klaus

    • Danke, Klaus. Ich glaube viele wissen heute gar nicht, wie gut es ihnen geht. Früher gab es nicht mal eben schnell Hilfe wenn man kein Geld hatte. …keine Einkaufswertmarken oder Ähnliches. Und weiß Du was Klaus? ich fand Weihnachten früher viel schöner. Eine alleinstehende Mutter hatte es früher sehr schwer gehabt und wurde schnell zum Spielball für Außenstehende. Heute ist das die Normalste Sache der Welt und überhaupt scheint der Begriff „Familie“ heute eine ganz andere Bedeutung zu haben. Ich denke gerne und oft an meine Kindheit zurück, die alles in allem doch eine sehr schöne Zeit war. Erst als Erwachsene habe ich begriffen, dass ich aus schwierigen Verhältnissen komme. Als Kind nimmt man das alles ganz anders war. Ich glaube, um so weniger einer Familie zur Verfügung stand, desto größer war der Zusammenhalt.
      Ich wünsche Dir auch noch einen schönen Tag.
      LG Martina

  4. Eine schöne Weihnachtsgeschichte von Früher ja, es war nie leicht ohne Mann im Haus als Frau alles hin zu bekommen.Die Mütter von Heute kommen ja noch nicht mal mit ein Kind klar,aber Gut das es Oma und Opa gibt.
    Liebe Martina eine besinnliche und friedliche Weihnachtszeit , sowie alles erdenkliche Gute, Harmonie, Freude, Zufriedenheit und vor allem Gesundheit für 2013 wünsche ich dir und deiner Familie ganz herzlich
    Ruthi

    • Hallo Ruthi, schön dass Du meinen Blog gelesen hast. Und ja Du hast recht, viele kommen heutzutage nicht mal mit einem Kind klar. Hinzu kommt, dass es früher nicht diese ganzen Anlaufstellen gab, wo man sich einfach mal ein paar Euro oder Wertgutscheine abholen konnte. Als geschiedene Mutter oder Mutter eines unehelichen Kindes war e früher nicht so einfach wie heute (zumindest in der ehem. DDR). Es wurde mit den Fingern auf diese Frauen gezeigt, egal ob sie nun selber schuld daran waren oder nicht.
      Ich wünsche Dir ein wunderschönes friedvolles Weihnachtsfest und viel Glück, mit allem was dazugehört, für das neue Jahr.
      LG Martina

  5. Das hast du sehr schön geschrieben und das der Lichtmann mit Strom zu tun hatte, habe ich schon vermutet und in den kommentaren ja auch nachlesen können. Ich wünsche dir eine schöne friedvolle Weihnachtszeit und schicke dir herzliche Grüße, Barbara ♥

    • Danke Barbara, dass Du das sofort gewusst hast konnte ich mir schon denken. Bei Elke ist das etwas anders. Sie sieht diese (meine) Geschichte in einem ganz anderen Zusammenhang, deshalb versteh ich ihre Frage nach dem Lichtmann in der Rolle des Erprssers auch völlig.
      Ich wünsche Dir ebenso eine wundervolle und besinnliche Weihnachtszeit.
      LG Martina

  6. Liebe Martina,schön wie Du das geschrieben hast.Ja es gab Zeiten ,da lebte man nicht im Überfluss,aber es waren doch schöne Weihnachten und man hat sich als Kind ,zumindest war es bei uns so,mehr über die Geschenke gefreut,wenn die auch bescheiden waren.Liebe Martina,ich wünsche Dir und Deinen Lieben ein schönes Weihnachtsfest,liebe Grüße Erika

  7. Toll geschrieben. Aus der Sicht eines 6. jährigen Mädchenens. Damals war das so in vielen Haushalten. Meine Eltern hatten einen Tante Emma Laden. Da kamen die Leute und ließen anschreiben und die Lebensmittel wurden am Monatsende bezahlt. Ich kann mich noch gut erinnern was die Leute im Laden erzählten. Da waren einige die keinen Strom mehr hatten, weil das Geld nicht reichte. Aber ich hatte immer das Gefühl, die waren glücklicher als viele Leute heute. Dir einen schönen 4. Advent und ein frohes Weihnachtsfest. L.g. Ludger

  8. Hallo Martina,
    einerseits eine sehr traurige, andererseits auch eine sehr schöne Geschichte. Du und auch viele andere dieser Generation wissen, wovon Du schreibst, aber wie schon angesprochen wurde, jüngere Generationen nicht. Ist vielleicht auch gut so, denn jede Zeit hat ihre eigene Epoche.
    Ich bekomme jedesmal das kalte Grausen, wenn ich höre, dass der Staat Zuschüsse zum Lebensunterhalt zahlen muss, weil der Lohn bei vielen nicht ausreicht zum Überleben. Ich bin bestimmt kein Großverdiener, aber ich frage mich immer wieder, wie kann dass nur sein? Dass Alleinerziehende (egal ob Frau oder Mann) Probleme im Leben haben, liegt ja auf der Hand und ist bestimmt sehr schwer. Wenn sie dann auch noch arbeiten müssen, ist es doppelt schwer, wenn man keine Oma oder keinen Opa zur Seite hat. Auch sind hilfreiche Hände wie Tante und Onkel sehr angebracht, wenn man sie hat.
    Zu dem Stichwort „STASI“ (und deren Machenschaften) möchte ich mich nicht äußern, denn dass würde den Rahmen meiner verfügbaren Zeit sprengen.

    Unter´m Strich aber gesagt, hast Du heute soviel Abstand zu der damaligen Zeit und den Erlebnissen, dass Du mit einem klaren Blick und auch mit etwas Wehmut an Weihnachten in Deiner Kindheit zurück denken kannst.

    Ich wünsche Dir und Deinen Lieben ein wunderschönes und friedliches Weihnachtsfest und für 2013 nur Gesundheit und viel Erfolg, verbunden mit einem

    g. l. G. Jochen!

  9. Hallo meine lieben Freunde

    Ich danke Euch allen für Eure netten Kommentare. Ja, sicher früher musste man mit Wenigem auskommen und es war ein wirklich besinnliches Weihnachten, nicht so kommerziell und nicht so zwanghaft, wie es manche heutzutage empfinden. Wenn Schenken schon zum Zwang wird, sollte man sich überlegen, was Weihnachten wirklich ausmacht. Schenken ist es jedenfalls nicht. Darum verstehe ich auch all jene, die sich zu Weihnachten nix mehr schenken. Man kann nämlich, wenn man nix schenken möchte oder kann, sehr gut auf ein spezielles und immer passendes Geschenk zurückgreifen: Zeit. Wie viele Menschen, gerade alte, würden sich über einen geschenkten Tag oder Nachmittag mit lieben Menschen freuen.
    In etwa so. Ein Weihnachtskärtchen und darin ein Gutschein ala:

    „Gutschein für einen schönen Tag mit Deiner Tochter/ Sohn/Kinder/ Familie zu einem Ziel Deiner Wahl“

    ….das ist ein so kostbares Geschenk, weil nicht jeder immer selbstverständlich Zeit für seine lieben älteren Verwandten hat oder haben kann. Auch für Kinder finde ich sowas ganz toll.
    Meine Lieben, Ich fühle mich in Euren Kommentaren sehr bestätigt und bin froh, dass wir alle ähnlich denken.
    Ich danke Euch auch nochmal ganz herzlich für die lieben Grüße zu Weihnachten.
    Für Morgen wünsche ich Euch, dass Ihr den letzten, den vierten Advent vor Heiligabend in Ruhe und Frieden genießen könnt. Lasst Euch nicht von den Weihnachtsvorbereitungen hetzen und ruht Euch noch mal aus, bevor es in die Feiertage geht.

    Euch allen und Euren Familien wünsche ich ein wunderschönes und besinnliches Weihnachtsfest.

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    FROHE WEIHNACHTEN

    GLG Martina

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